Die Umstellung der Fahrerlaubnisklassen ist freiwillig. Die alten Rechte aus der bisherigen Fahrerlaubnis bleiben grundsätzlich erhalten (Besitzstandswahrung) und werden bei einer Umstellung in die neuen EU-Führerscheinklassen entsprechend berücksichtigt. Einschränkungen ergeben sich jedoch bei bestimmten Klassen ab dem 50. Lebensjahr.

Inhaber der Fahrerlaubnisklasse 3
erhalten bei der Umstellung (neben der Fahrerlaubnis der Klassen B und BE  für Kraftfahrzeuge bis 3,5 t mit Anhänger) automatisch auch die Klassen C1 und C1E. Mit dieser neuen Fahrerlaubnis dürfen Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5 t und Züge bis 12 t gefahren werden (wobei das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers die Leermasse des Zugfahrzeugs nicht überschreiten darf). Dabei gibt es keine zeitliche Befristung und keine Notwendigkeit regelmäßiger ärztlicher Gesundheitsuntersuchungen.

Soll der volle Umfang der bisherigen Klasse 3 (Züge mit max. 3 Achsen bis max. 18,5 t zulässigem Gesamtgewicht; Sattelkraftfahrzeuge bis 7,5 t zul. Gesamtgewicht) erhalten bleiben, muss diese Umstellung besonders beantragt werden. Hierbei wird die Fahrerlaubnis der Klasse CE (eingeschränkt auf den bisherigen vollen Klasse 3-Umfang) erteilt, die bis zum 50. Lebensjahr befristet wird. Eine Verlängerung um jeweils 5 Jahre ist möglich. Zur Umstellung und zur Verlängerung sind eine ärztliche Untersuchung und eine Überprüfung des Sehvermögens erforderlich.

Ohne Umstellung der Klasse 3 erlischt mit Erreichen des 50. Lebensjahres die Berechtigung für die eingeschränkte Klasse CE.

Fahrerlaubnisinhaber der Klasse 3, die bis zum 31.12.1949 geboren wurden, hatten aufgrund des Übergangsrechts bis zum 31.12.2000 Zeit, ihre bisherige Fahrerlaubnis umstellen zu lassen, um den vollen Umfang der alten Klasse 3 (inkl. der eingeschränkten Klasse CE) zu behalten.
Für Inhaber, die ab dem 01.01.1950 geboren wurden, erlischt diese Berechtigung mit der Vollendung des 50. Lebensjahres. Innerhalb von 2 Jahren kann unter Vorlage der ärztlichen Gutachten eine Verlängerung der Fahrerlaubnis erfolgen.

Möchte man die teilweise weitergehenden Möglichkeiten der neuen Klassen ausnutzen (z.B.: Klasse BE ohne Begrenzung der Anzahl der Achsen), muss man seinen alten Führerschein in einen neuen Scheckkartenführerschein umschreiben lassen.

 

Inhaber der Fahrerlaubnisklasse 2
müssen ihren Führerschein ebenfalls mit Vollendung des 50. Lebensjahres umstellen lassen. Da mit diesem Zeitpunkt die Fahrerlaubnis erlischt, dürften ansonsten keine Kraftfahrzeuge der Klasse 2 mehr gefahren werden.

Fahrerlaubnisinhaber der Klasse 2, die bis zum 31.12.1949 geboren wurden, mussten ihren Führerschein bis zum 31.12.2000 umgestellt haben (Übergangsrecht), da für diesen Personenkreis die Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen der Klasse 2 ab dem 01.01.2001 verfallen ist.
Für Inhaber der Klasse 2, die ab dem 01.01.1950 geboren wurden, erlischt diese Berechtigung mit der Vollendung des 50. Lebensjahres, also frühestens ab dem 01.01.2000. Innerhalb von 2 Jahren kann unter Vorlage der ärztlichen Gutachten noch eine Verlängerung der Fahrerlaubnis erfolgen.

Die Fahrerlaubnis der Klasse 2 wird im Zuge der Umstellung auf die Klassen C und CE jeweils auf 5 Jahre befristet, bei jüngeren Fahrerlaubnisinhaber bis zum 50. Lebensjahr. Eine ärztliche Untersuchung und eine Überprüfung des Sehvermögens ist zur Umstellung und zur Verlängerung erforderlich.

Eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung darf vom Hausarzt durchgeführt werden,
die Überprüfung des Sehvermögens muss durch einen Augenarzt bzw. Arbeits- oder Betriebsmediziner erfolgen.

Für Inhaber einer Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (für Taxi, Mietwagen, Krankenkraftwagen, Kraftomnibusse) gelten ebenfalls die in den beiden vorherigen Abschnitten genannten Hinweise.
Außerdem müssen sie spätestens bei Ablauf der Gültigkeit der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung zusätzlich zum Verlängerungsantrag auch die Umstellung des Führerscheins der Klasse 2 oder 3 beantragen. 
Bei einer Umstellung oder Verlängerung der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung ist, neben der Überprüfung des Sehvermögens, eine umfangreiche gesundheitliche Eignungsuntersuchung durch eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle für Fahreignung (z.B. Medizinisch-Psychlogisches-Institut oder einen anerkannten Betriebs- oder Arbeitsmediziner notwendig).